Kunstverein - Bad Aibling

 
 
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  Programm - Archiv - »sei real! - Dinge, die die Welt erklären«, 2009

  Maria Ploskow · Wolfgang Hurle · Uwe Oldenburg
»sei real! - Dinge, die die Welt erklären«, 2009
Performance - Projektion - Zeichnung - Malerei



sei real! - Dinge, die die Welt erklären Drei arrivierte Münchner Künstler hat der Bad Aiblinger Kunstverein für seine Galerie in das "Alte Feuerwehrgerätehaus" eingeladen. An der Eröffnung am 25. Oktober um 19 Uhr findet eine Performance von Wolfgang Hurle/Sigi Siegel (Musik) und Uwe Oldemburg (Text/Stimme) unter dem Titel »sei real! - Dinge, die die Welt erklären 2009« statt.

Diese Performance ist der Beitrag des Kunstvereins für die diesjährigen Literaturtage und findet in der fertig aufgebauten Ausstellung statt. Teile des »Bühnenbildes« werden nach der Performance in der Ausstellung verbleiben und somit auch zu Objekten der Ausstellung (Dauer der Performance: ca. 35 Minuten) An einem Ort, der einer allgemeinen Übereinkunft folgend "Galerie" oder "Kunstraum" (etwa im Gegensatz zu "Realraum") genannt wird, findet eingebettet in einem, ebenfalls einer allgemeinen Übereinkunft folgend, als "Ausstellung" bezeichneten Arrangement diverser Objekte eine als "Performance" bezeichnete Aufführung unter dem Sinn stiftenden Aufruf "sei real!" statt. Zwei Musiker und eine weitere Person, die sich selbst "Obdachloser der Nachmoderne" nennt, interagieren eine Zeit lang als lebendige Teile dieses Ausstellungsarrangements, welches ihnen als Bühne dient.
Für die Dauer der Aufführung besetzen die "Kunstgegenstände" das (nicht so beliebte) Gebiet der "Dekoration" und mutieren zum Bühnenbild.

Nach Ende der Aufführung bilden sich die Gegenstände der Dekoration zu "Kunstgegenständen" zurück und geben mit den verbleibenden "Gebrauchsgegenständen" aus der Aufführung ein neues Bild ab. Dieses "Bild" wird dann wieder Ausstellung und verweist spätere Betrachter auf die Ambivalenz eines Ereignisses, von dem sie nicht sicher sein können, ob es erst noch eintreten wird oder ob es bereits der Vergangenheit angehört.
Gemeinsam ist Maria Ploskow, Wolfgang Hurle und Uwe Oldenburg eine Vorliebe, in der jeweiligen künstlerischen Position die Medien zu wechseln. Gemeinsam ist ihnen aber auch, dass es für jeden einen kritischen, aber dennoch verlässlichen Ausgangspunkt gibt, ein "Ursprungsmedium" sozusagen, von welchem sich alle drei zu "fremden" Medien hin bewegen, doch immer wieder auf das Ursprungsmedium zurückgreifen.

So verschieden wie die drei künstlerischen Positionen sind denn auch ihre Ursprungsmedien. Bei Maria Ploskow ist das die Zeichnung -zunächst ganz streng im Sinne von Handzeichnung - und die Erweiterung des zeichnerischen Radius durch computergestützte Zeichenweisen. Animierte Zeichnungsfilme als Endlosschlaufen in den Raum projiziert, später, in Zusammenarbeit mit Neda Ploskow von dieser mit Sound unterstützt, kommen als raumgreifende Sound-/Filminstallationen hinzu, ebenso die "klassische" Diashow, die unmittelbar neben Handgezeichnetem platziert wird, Bewegung und Stillstand dicht beieinander.

Biografien

Wolfgang HurleDie Fotografie ist Wolfgang Hurles (1955 in Deggendorf geboren, lebt und arbeitet in München) Ursprungsmedium, dem er sich in seiner künstlerischen Arbeit bis zum heutigen Tag mit Respekt und kritisch-ironischer Distanz in vielen genau inszenierten Bildfolgen widmet. Überschreitung dieses Mediums erfolgt in Richtung "bewegtes Bild" durch Super 8 Endlos-Projektionen. Neuerdings kommen digitale Endlosanimationen auf kleinen Flachbildschirmen zum Einsatz, die ebenso wie die Super 8 Loops sehr nahe am Einzelbild bleiben und die als Aneinanderreihung von Filmstills zu sehen sind. Traditionelle Techniken der Zeichnung , des Aquarells und der Druckgrafik treten hier mit modernen Projektionstechniken in Kontakt. Neben seiner bildnerischen Arbeit widmet sich Wolfgang Hurle seit vielen Jahren als Multiinstrumentalist diversen Musikprojekten.
wurde 1955 in Deggendorf geboren, lebt und arbeitet in München.
Von 1978 bis 2000 intensive Beschäftigung mit dem Bild, dem fotografischen Bild sowie dem fotografischen Abbild. Es entstehen Rauminstallationen, Super 8-Filme, inszenierte Fotografien, Arbeiten mit verschiedenen Materialien.
Mit der Gründung einer eigenen Band findet seit 1995 eine intensive Beschäftigung mit Sound statt.
Seit 2000 überwiegend Arbeiten mit Grafik (Kohle, Tusche, Aquarell, Materialdruck) auf kleinen Formaten. In letzter Zeit finden Grafik und Fotografie zusammen.
In beiden Medien - Bildende Kunst und Musik - ist der Begriff "Wiederholung" von zentraler Bedeutung. In der bildnerischen Arbeit als Serie, Bildwiederholung, Ornament und auch Sprachwiederholung. In der musikalischen Arbeit im weitesten Sinn als "Loop". Beide Medien werden als "Stimmungsmacher" eingesetzt.
Seit 1984 zahlreiche Einzel- und Gruppenausstellungen sowie Performances und musikalische Veranstaltungen in unterschiedlichen Formationen.


Uwe OldenburgFür den Maler Uwe Oldenburg (geb. 1953 in Konstanz. 1976 - 1980 Studium der Politologie. Lebt in München) ist das geschriebene Wort (der Text) das Ursprungsmedium, das auf unterschiedlichste Weise Eingang in seine bildnerische Arbeit findet: als einfaches, ins Bild geschriebenes Wort, als Erzählung, die sich um eine Bilderserie ranken kann bzw. als Ausgangspunkt für Bildnerei überhaupt, als Titelgeber oder als gesprochenes, vorgetragenes Wort, das in theatralisch anmutenden von Sound und Diaprojektionen unterstützten Vorträgen die hermetische Bildproduktion (Malerei / Zeichnung / Druckgrafik) nicht nur begleitet, sondern diese "verlebendigt".


Maria PloskowBei Maria Ploskow (geb. 1962 in Sofia/Bulgarien)
1981-1985 Grafik-Design-Studium
1989-1995 Studium an der Akademie der Bildenden Künste München
seit 1992 Ausstellungen im In- und Ausland ist das die Zeichnung -zunächst ganz streng im Sinne von Handzeichnung - und die Erweiterung des zeichnerischen Radius durch computergestützte Zeichenweisen. Animierte Zeichnungsfilme als Endlosschlaufen in den Raum projiziert, später, in Zusammenarbeit mit Neda Ploskow von dieser mit Sound unterstützt, kommen als raumgreifende Sound-/Filminstallationen hinzu, ebenso die "klassische" Diashow, die unmittelbar neben Handgezeichnetem platziert wird, Bewegung und Stillstand dicht beieinander.


Allen drei künstlerischen Positionen hier sind also zwei Dinge gemein:
der Hang zur Medienüberschreitung und eine gewisse Neigung zu Mitteln der Projektion. Genau dies zu thematisieren und zu veranschaulichen ist unser Anliegen in dem Ihnen vorgeschlagenen Ausstellungsprojekt.
Wolfgang Hurle und Uwe Oldenburg haben in der Vergangenheit bereits mehrfach zusammengearbeitet und auch ausgestellt, zuletzt die Performanceprojekte "Westwind", "sei real!" und "Fortgang / Das gemeine Ich", das auch während der Literaturtage 2007 im Kunstverein Bad Aibling aufgeführt wurde.
Uwe Oldenburg und Maria Ploskow haben ebenso bereits einige Male zusammen ausgestellt, zuletzt in der Ausstellung "Nomade:Stellvertreter" in den Kunstarkaden München.
Die bislang einzige Zusammenarbeit aller drei fand zum 850.Stadtgeburtstag Münchens auf dem Wittelsbacherplatz während eines Performance-Wochenendes statt: in einem Projektionsraum von Maria Ploskow führten Hurle, dessen Mitmusiker Sigi Siegel und Uwe Oldenburg eine Version der szenisch-musikalischen Performance "Fortgang/ Das gemeine Ich" auf.

Vernissage: Sonntag, 25. Oktober 2009, 19.00 Uhr
Ausstellungsdauer: 28. Oktober bis 15. November 2009
Öffnungszeiten: Mittwoch 11 - 13 und 18 - 20 Uhr, Sa/So 14 - 18 Uhr.




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