Dunkles Wasser — Vom Klang und Rhythmus der Zeit

Marion Moritz - Dunkles Wasser

Langzeitprojekt

„Was machen die Dinge, wenn sie sich unserer Wahrnehmung entziehen?“, fragt sich die Künstlerin Marion Moritz. Ihre Frage zieht sich wie ein roter Faden durch das Werk der Rottweilerin. Ein (erstes) Ergebnis liegt mit ihrem Langzeitfotografieprojekt „Dunkles Wasser“ nun vor.

Bildideen entstehen am Wasser

Lange bevor die Künstlerin ihre Kamera auspackt, sucht sie die Orte aus, die ihr Antwort zu geben scheinen. Flüsse und Seen im süddeutschen Raum und im benachbarten Ausland haben es ihr angetan. Sie beobachtet das Wasser, wandert an ihm entlang und entwickelt Bildideen. Oft gehen Monate ins Land, bevor sich Marion Moritz dann aufmacht, um die ausgewählten Plätze wieder zu besuchen. Und zwar nachts – dick eingepackt und mit viel Geduld im Gepäck.

Reduktion und Fokussierung

Die Orte, an denen ihre Lichtbildnerei geschieht, liegen oft weit ab vom nächsten Dorf oder der nächsten Stadt. Mitten im Nirgendwo harrt Marion Moritz aus, ehe sie den richtigen Augenblick abpasst und den Auslöser ihrer Kamera betätigt. Sie arbeitet hochkonzentriert und bringt oft nur vier bis fünf Aufnahmen aus diesen Nächten mit. Die Künstlerin bearbeitet die Bilder weder nach noch beschneidet sie diese. Stattdessen arbeitet sie mit der Kamera wie sie es seit Jahrzehnten gewohnt ist: Es geht um Reduktion und Fokussierung. Das Auslösen bedeutet den letzten finalen Schritt im langen inneren Prozess zum Bild. Dies ist das Wesen der Fotografie. Das Wesen von Marion Moritz’ Fotografie.

„Nirgends wird Zeit so sichtbar wie im Element Wasser“, erklärt die Künstlerin die aktuelle Ausstellung. „Die menschliche Wahrnehmung verändert sich extrem. Alles wird langsamer. Ich takte mich mit der Natur.“ Die Arbeiten des Bildzyklus „Dunkles Wasser“ verdichten die natürliche Wahrnehmung und schärfen den Blick.

Die Vernissage zur Ausstellung findet am 25. November statt. Die Ausstellung ist dann vom 2. bis zum 16.12. jeden Samstag und Sonntag zwischen 14 und 18 Uhr zugänglich. Ort: Altes Feuerwehrgerätehaus in Bad Aibling.