Was die Gründungsväter des Kunstvereins Aibling wohl dazu sagen würden, wenn sie vom 75jährigen Bestehen des Vereins Kenntnis hätten? Soweit in die Zukunft konnten Professor Sepp Hilz, Leo von Welden, Willi Kreutzer und Heinrich Aigner nicht blicken, aber tatsächlich hat ihre Schöpfung nach etlichen Jahren auch den Schritt ins nächste Jahrhundert geschafft. Viele – alle drei Jahre durch Wahl bestimmte – Vorsitzende haben die Geschicke des Vereins seit den Anfängen geleitet, und von kleineren Differenzen abgesehen, ist immer alles gut vonstatten gegangen. Erster Vorsitzender war der ehemalige Oberamtsrichter Edmund Martin Müller, und bis zu seinen Nachfolgern in jüngerer Zeit blieb die Existenz des KV unangefochten. Die ursprüngliche Idee von Sepp Hilz war, durch die Mitgliedsbeiträge Bilder von Künstlern zu erwerben – zur Erbauung der einen und zum wirtschaftlichen Nutzen der anderen. Seitdem hat der Kunstverein sein Engagement stark vergrößert. Nicht nur ein Programm von sieben bis neun Ausstellungen im Jahr gehört dazu, auch kulturelle Zusatzveranstaltungen finden im großen Raum des Feuerwehrgerätehauses statt: Musikveranstaltungen und Vorträge. Zu letzterem zählen die Veranstaltungen im Rahmen der Max Mannheimer Kulturtage, die von Beginn an große Akzeptanz fanden. Dies geschah in Erinnerung an Mannheimer, der bis kurz vor seinem Tod jungen Menschen in Schulen zu vermitteln versuchte, dass sie die Verantwortung dafür trügen, „solch ein Unrecht nie mehr geschehen zu lassen“. Für „Die lange Nacht der Musik“ öffnet der Kunstverein seine Türen ebenso wie für stadtrelevante Vorträge. Im Programm von 2025 befand sich unter den von den Vorständen ausgewählten Präsentationen auch die Ausstellung von Burkhart Braunbehrens mit den gekonnt dargestellten Politiker-Porträts, außerdem – selten gezeigt – die Sammlung des Kunstvereins aus der Anfangszeit und wieder eine Ausstellung, in der die Mitglieder unjuriert ihre Werke zeigen konnten. Zur Vernissage der Mitgliederausstellung, dem eigentlichen Festtag, war Landrat Otto Lederer eingeladen, der in seiner Begrüßungsansprache Bezug auf den Gründungsgedanken des Kunstvereins nahm. „Und so wurde“ führte der Landrat aus, „der Kunstverein zum Ort der Hoffnung und des Trostes, an dem Menschen zusammenkamen, um sich für die Kunst zu begeistern und zu inspirieren. Und mit dieser Art von Kunstförderung begann eine Erfolgsgeschichte, die bis heute anhält“. Lange Zeit gab es nur provisorische Unterbringungen für Ausstellungen, z.B. der Urscher Hühnerstall, die Landwirtschaftschule, das Chorherrenstift Beyharting und der Maxlrainer Hof. Seit 1992 erhielt der Kunstverein den ersten eigenen Ausstellungsraum in der Meggendorfer Straße, aus dem zwei eindrucksvolle Ausstellungen wie die von WTH Regensburger oder Erika Maria Lankes in Erinnerung geblieben sind. Seit 2003 – seit über zwanzig Jahren – ist der KV im Alten Feuerwehrgerätehaus beheimatet, das von engagierten Mitgliedern des Kunstvereins mit viel Eigenarbeit für seine neue Bestimmung hergerichtet wurde. Reichen die Wände für die aktuelle Präsentation nicht aus, können zusätzlich Stellwände aufgebaut werden.
Aktuelle Vorsitzende des Vereins ist seit 2016 Martina Thalmayr, die die umfangreiche Vereinsarbeit mit ihren Vorstandskollegen gemeinsam bewältigt, unter anderem mit Christine Schönmetzler für die Künstlerbetreuung, Hans Joachim von Oertzen als Schatzmeister und Karin Klar als Schriftführerin. Weitere Vorstandsmitglieder arbeiten Hand in Hand zum Gedeihen des Kunstvereins mit.
Text von Ute Böswetter
