Sabine Koschier – Krafttiere

46 Augenpaare blicken dem Besucher der Galerie entgegen, 46 von ihr so genannte „Krafttiere“ hat die Malerin und Schamanin Sabine Koschier im Bild festgehalten. Es sind Tiere aus allen Bereichen, von der Erde, aus der Luft und aus dem Wasser. Und ja, so die Malerin: es sind alles Krafttiere, d.h. sie vermögen dem Menschen Kraft zu geben. Das glaubten wohl auch die Völker, als sie bereits vor 17.000 und mehr Jahren Tiere an die Felswände ihrer Höhlen malten. Ein berühmtes Beispiel dafür sind die Höhlen von Lascaux in Südfrankreich. Pferde, Bisons und und Stiere wurden mit Kohle und eisenoxidhaltigem Gestein auf die Wände  gemalt. Die gleichen Tiere und noch viel mehr stellt Sabine Koschier dar – in Öl auf Leinwand. Seit ihrer Frühzeit ist die Tiermalerei zu einem eigenständigen Genre geworden, das Tiere mit individuellem Ausdruck unterschiedlicher Emotionen zeigt. Das eigenständige Genre wird zum Symbol der Naturverbundenheit und Ursprünglichkeit.

Sabine Koschier malt ihre Tiere absolut naturgetreu, versieht sie allerdings mit einer farbigen Aura, die das Wesen des jeweiligen Tieres bestimmt. Der Esel ist in kräftigem Blau gestaltet, sein Maul allerdings in hellem Gelb und der ganze Kopf ist von einer Aura von leuchtendem  Grün umgeben. Wie ein Strahlenkranz liegt dieses Grün um ihn, kennzeichnet ihn mit Ausdauer und Demut. Mit bernsteinfarbenen Augen schaut der Löwe klug und ruhig in die Gegend, er ist das einzige Tier, das nur mit dem Kopf dargestellt ist. Der malerischen Darstellung sieht man Stärke, Mut, Selbstbewusstsein und Würde an. Ein Walross blickt den Betrachter direkt an, es steht für ein gutes soziales Verhalten, was man seinem ruhigen Ausdruck anmerkt. Ein weiteres Bild stellt ein Bison dar, im dunkelgelben Weizenfeld, gelbe Lichtreflexe auf seinem Fell und mächtig in der Erscheinung. Imposante Stärke, aber auch unvorhersehbare Wildheit kennzeichnen ihn. Sabine Koschier vermag das alles im Bild festzuhalten. Man kann diese Bilder auch genießen, wenn man der schamanischen Lehre distanziert gegenübersteht.

Galerie im Alten Feuerwehrgerätehaus, Irlachstraße 5, Bad Aibling

Dauer bis 17. Mai 2026, geöffnet Samstag und Sonntag 14.00 – 18.00 Uhr, Email: kontakt@kunstverein-bad-aibling.de

Text von Ute Böswetter